Aktuelles Hintergrund
23. Mai 2016

"Kleine Kunst" am Kulturboden in Lindenberg

Einen bunten Abend, der  die Herzen der Zuschauer berührte, veranstaltete die Lebenshilfe in Kooperation mit der Lindenberger Musikschule und Schülern des Valentin-Heider-Gymnasiums Lindau am 13. Mai 2016.
In einem Begleitenden Angebot der Lindenberger Werkstätten von Mitarbeitern, die sich für den Kurs "Theater" entschieden, entstand das Stück.
"Hotel Engel" wurde von der Theaterpädagogin Anja Lorenz geschrieben, ja man kann sagen nach und nach entwickelt. Es entstand auf die Frage hin, was denn jeder der Kursteilnehmer denn einmal gerne spielen würde. Da mußte ein buntgemischter Antwortstrauß von "Popstar" bis "Prinzessin" alles in einem Stück untergebracht werden. Auf wundersame Weise konnte Anja Lorenz den Bogen der Wünsche so feinfühlig umsetzen, dass die Mitwirkenden viel Spaß mit ihrer Rolle hatten und sich auch den Text gut  merken konnten. Große darstellerische Leistung und bewegende Szenen mit Witz und Gefühl brachten das Publikum zur Begeisterung.

Die Handlung erzählt von einer Prinzessin, die heimlich aus dem Schloß läuft um auszubrechen von der Strenge des Elternhauses und dem höfischen Protokoll, das schon einen Bräutigam für sie vorgesehen hat. Sie aber liebt ihn nicht und macht sich mit ihrer Zofe auf die Suche nach einem neuen Leben. Sie würde so gerne Jimmy Kelly finden, seine Lieder findet sie wunderschön. Da landet sie im Hotel Engel, das schon lange keine Gäste mehr hatte. Die Besitzerin überschlägt sich fast vor Freude über den Besuch und möchte ihren einzigen Gästen nun alles bieten. Sie verpflichtet den Küchenjungen und einen Kollegen, für die Gäste zu singen und zu musizieren. Mit "Herzilein" versuchen die beiden Sänger ganz rührend die Gäste zu unterhalten. Die Prinzessin ist aber wenig angetan, sie liebt die Musik von Jimmy Kelly. Da fängt der Küchenjunge an die Lieder der Kelly Family zu singen. Wie Eis in der Sonne schmilzt das Herz der Prinzessin und sie findet in dem Küchenjungen ihre große Liebe. Ein Heiratsantrag auf Knien läßt sie dann vollkommen glücklich sein.

So rührend, wie die Darsteller die Geschichte spielen, mit großen theatralischen Gesten und Einlagen, mit witzigen Momenten, so verzauberten sie das Publikum. Nach der Pause wechselten sich dann die Werkstattband unter der Leitung von Jochen Schnabel (Sozialdienst der Lebenshilfe) und Musikschullehrer Martin Sutter mit flotten und leiseren Stücken mit ausgeprägter Perkussion ab mit Poetry-Slammern des Valentin-Heider-Gymnasiums Lindau. Die durchaus recht anspruchsvollen und ansprechenden Texte ließen Einblick gewähren in die Gedanken der Jugendlichen. Sie ließen erkennen, welchen Blick sie bereits auf ein Weltbild haben aber auch auf die Momente, in denen man sich im Alltag leicht verlieren kann. Außergewöhnlich der Poetry-Slam eines syrischen Flüchtlings, der die Geschichte aus seinem Heimatland und der Flucht erzählte, was sich dort abspielt. Ein Poetry-Slam auf Arabisch, dann aber auch auf Englisch. Fremd klingend, und doch so nahe gehend aufgrund des Leids der Menschen in der Syrischen Heimat und des Mutes, dies vor Publikum vorzutragen.
Schließlich tanzten die "Female Soldiers" einen "weiblichen" Hiphop-Stil und zeigten ihr Können, das sie in der Tanzschule Schnell eingeübt hatten.

Das Publikum war begeistert und mitgerissen, es klatschte lange anhaltend und freute sich über den kurzweiligen Abend, den die insgesamt fast 40 Mitwirkenden ihnen schenkten.

Herzlichen Dank noch an alle, die am Schluß das Spendenkörbchen füllten! Sie helfen mit, dass wir solche Begleitenden Angebote weiterhin durchführen können und unseren Betreuten damit viel Spaß, Freude und innere Stärkung mitgeben können.

 

 Monika Illerhaus