Aktuelles Hintergrund
19. Mai 2014

SEE A LITTLE ART

Ein Kleinkunstabend der ganz besonderen Art unterhielt am Mittwoch den 4. Juni 2014 um 19:00 Uhr im Zeughaus in Lindau 200 Zuschauer. Inklusion und geballte Ideenverwirklichung im Rahmen eines Kooperationsprojektes der Lebenshilfe und des Valentin-Heider-Gymnasiums Lindau fanden hier ihren Ausdruck. Schon beim Einlaß wurde man von zwei lustigen Clowns begrüßt was den Besuchern gleich einmal ein herzöffnendes Lächeln aufs Gesicht zauberte.

Nike, Laura und Sebastian, drei  Schüler/innen des VHG moderierten den ganzen Abend souverän und sehr talentiert.
Zum Einklang trug Leonie Schäffler mit bezaubernd einfühlsamer Stimme und selbst gespielter Gitarrenbegleitung Songs vor, die das Publikum begeisterten.

Dann folgte die Theateraufführung " Bahnhofsliebe und Dosenbier". Dieses Stück wurde extra für diesen Abend und für die Akteure der Lebenshilfe und die Schüler/innen des sozialen Zweigs des Valentin-Heider-Gymnasiums geschrieben. Die Theaterpädagogin Anja Lorenzen studierte in den Wochen zuvor in einer Projektgruppe das Stück mit den Akteuren ein.
Vor Beginn sah man sehr aufgeregte Menschen hin und her laufen, das Lampenfieber war enorm. Als dann das Stück begann, sah man niemandem mehr die Aufregung an. So viel schauspielerisches Talent bei allen Mitwirkenden versetzte die Zuschauer immer wieder in ganz tief berührende emotionale Momente und wurde belohnt mit langanhaltendem Applaus. Die betreuten Mitarbeiter der Lebenshilfe wuchsen über sich hinaus und zeigten viel Einfühlungsvermögen in ihre jeweilige Rolle. Daß das Happy-End in einer ganz zarten aber tief bewegenden Liebesszene endete, erfüllte die Zuschauer mit großer Begeisterung und besonderem Berührt-Sein. 

Nach der Pause unterhielten die Gruppe Rope Skipping vom TSV Hergensweiler die Zuschauer mit einer fesselnden Darbietung mit Seilhüpfen in allen Varianten. Beim Programmpunkt Poetry-Slam, der von Kevin und Martin, zwei Schülern des VHG vorgetragen wurde, konnte man nur staunen, welche Weltanschauung und Selbstreflexion in diesen jugendlichen Jahren schon vorhanden ist. ( 16 und 17 Jahre). Den Cup-Song, einstudiert mit Schüler/innen des VHG, präsentierte die Gruppe teils sitzend teils stehend als A capella - Stück mit Begleitung des Rhythmischen Klopfen mit Pappbechern auf Tischen. Präzise wurde es vorgetragen und riß die Zuschauer/innen wieder einmal zu begeistertem Applaus hin.
Die Trommlergruppe "Tschabumm" von der Lebenshilfe, geleitet von Markus Hackenberg, freute sich schon sehr auf den großen Auftritt und begeisterte das Publikum mit einem wirklich erstaunlich präzise gehaltenen Rhythmus. Einen Sonderauftritt verschaffte sich einer der Trommler, der gar nicht mehr von der Bühne wollte, mit einem entwaffnenden Lächeln ins Publikum. Er genoß die Aufmerksamkeit und den besonderen Augenblick sichtlich.  Die Zuschauer waren begeistert und applaudierten nochmals extra. 
Dies sind die kleinen Besonderheiten, die unsere "Richtlinien" oder "Vorgaben" lächelnd außer Kraft treten lassen und uns das Herz öffnen für Menschen, die eben anders sind.
Das Maskentheater, einstudiert von Schüler/innen der Freien Schule Lindau zeigte uns die ganz eigene Poesie eines Stückes, in dem es um die feinen zwischenmenschlichen Töne wie Toleranz und Anders sein ging. Ausdrucksstark waren die eigens dafür gefertigten Masken.
Die Akrobatik-Gruppe AcroLoco des Turnvereins Reutin bot eine atemberaubende Akrobatik-Nummer mit schwierigen Hebe-Figuren dar. Der künstlerische Ausdruck mit der passenden Musik dazu verzauberte die Zuschauer und hinterließ großes Staunen ob der großartigen Leistung der Jugendlichen.
"Klangwut", ein Trio aus Lindenberg mit Schlagzeug (Markus), Gitarre (Sören) und Cello (Julia) zog die Zuschauer in den Bann der intensiv und mit viel Emotion gesungenen Liedern mit Titeln wie "Zugvögel", "Niemals", "Halt Dich fest" und "Irgend ein Gefühl".

Der ganz besondere Zauber dieses Abends lag aber in dem großartigen Engagement der Schülerinnen und Schüler des VHG, die im Rahmen der Kooperation mit der Lebenshilfe unter Leitung von Michaela Kröll, Leiterin des Projekts für die Schule und Daniela Schäffler, Sozialdienst der Lebenshilfe und Leiterin des Projekts von der Lebenshilfe-Seite. Er lag in dem selbstverständlichen Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Er lag in dem lächelnden Selbstverständnis, daß alle Menschen eben ein bißchen anders sind und jeder auf seine eigene Art talentiert und liebenswert ist. Dieser Zauber hat auch die Besucher erfasst und in seinen Bann gezogen.

Inklusion in ihrem schönsten Ausdruck.

Danke an alle Mitwirkenden, danke für Euer ganz großartiges Engagement!
Ihr habt den Zuschauern mit Euren Ideen und dem Umsetzen einen wunderschönen Abend beschert und die Herzen geöffnet!

 Hier gehts zum Bericht der Lindauer Zeitung...