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27. Januar: Gedenken der Opfer des Nazi-Terrors - Massenmord an behinderten Menschen

Am 27. Januar erinnern wir an die Opfer des Nationalsozialismus. Der Tag markiert die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau im Jahr 1945. Millionen Menschen wurden aus rassistischen, antisemitischen und menschenfeindlichen Motiven verfolgt und ermordet.

Zu den Millionen Opfern des Nationalsozialismus gehörten auch rund 300.000 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen. Als Lebenshilfe Lindau ist es uns ein besonderes Anliegen, auch diesen Menschen zu gedenken und das Bewusstsein zu schärfen, damit sich so etwas nie wieder wiederholt.

Die Nationalsozialisten bezeichneten die systematische Ermordung von Menschen mit Behinderungen zynisch als „Euthanasie“ - griechisch für “guter Tod”. In Wahrheit handelte es sich um Mord. Menschen wurden getötet, weil sie aufgrund einer Behinderung oder Erkrankung als „lebensunwert“ galten und nicht in das nationalsozialistische Weltbild passten.

Ab 1939 organisierte der NS-Staat diese Verbrechen im Rahmen der sogenannten „Aktion T4“

In speziellen Anstalten wurden Menschen durch Vergasung, Medikamentenüberdosierungen oder gezielte Unterernährung getötet. Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal und Behörden waren an diesen Morden beteiligt. Die Verfolgung und Ermordung von Menschen mit Behinderungen war kein Randverbrechen, sondern Teil der staatlichen Ideologie und Praxis des Nationalsozialismus.

Diese Geschichte mahnt: Auch die NS-„Euthanasie“ begann nicht sofort mit physischer Gewalt. Es begann mit Abwertung, mit Ausgrenzung und der barbarischen Einordnung in „wertvoll“ und „wertlos“. Daher ist Erinnerung auch heute noch so wichtig. Menschenrechte sind unteilbar – sie gelten für alle Menschen, unabhängig von Behinderung, Herkunft oder Lebensweise.

Gerade im Hier und Jetzt ist es leider notwendig, wachsam zu bleiben. Wenn Menschen mit Behinderungen erneut abgewertet werden, wenn durch eine Partei wie der AfD Inklusion infrage gestellt wird und rechtsextreme Ideologien an Einfluss gewinnen, betrifft uns das alle. Demokratie lebt davon, dass die Würde jedes Menschen geachtet und geschützt wird.

Als Lebenshilfe Lindau stehen wir für Inklusion, Vielfalt und Menschlichkeit:
Nie wieder Nationalsozialismus! Nie wieder Faschismus!

Und dieses “Nie wieder” ist JETZT!

HIER geht's zur klaren Positionierung der Bundesvereinigung Lebenshilfe

EINFACHE SPRACHE:

Am 27. Januar ist Holocaust-Gedenktag.
Wir erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus.

Auch Menschen mit Behinderungen wurden verfolgt und ermordet.
Es waren rund 300.000 Menschen.

Die Täter nannten die Morde „Euthanasie“.
Das Wort bedeutet eigentlich „guter Tod“.
Aber das war gelogen.
Es war Mord.

Menschen wurden getötet,
weil sie eine Behinderung oder eine Krankheit hatten.
Sie galten als „nicht wertvoll“.

Ab 1939 gab es die sogenannte Aktion T4.
Dabei wurden Menschen in Anstalten getötet.
Ärztinnen, Ärzte und Behörden machten mit.

Diese Verbrechen begannen mit Ausgrenzung und Abwertung.
Darum ist Erinnern heute sehr wichtig.

Alle Menschen haben die gleichen Rechte.
Demokratie heißt: Niemand wird ausgeschlossen.
Nie wieder ist jetzt.


Michael Wollny
Öffentlichkeitsarbeit & Social Media
michael.wollny@lh-lindau.de