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Natürlich. Gemeinsam.

Bodolzer Bürgermeister über Benefizspiel: "Menschen mit Handicap können besondere Freude zeigen"

Felix Eisenbach, 1. Bürgermeister der Gemeinde Bodolz

Länderspiel gegen Tschechien im September 2025.

Felix Eisenbach, 1. Bürgermeister der Gemeinde Bodolz

Euromapeisterschaft 2024 in Leipzig.

Länderspiel gegen die Ukraine im Juli 2025.

Alpencup 2025.

Besuch der NATO-Battlegroup in Litauen.

Besuch in Andalusien.

Felix Eisenbach, 1. Bürgermeister der Gemeinde Bodolz.

Am 26. September findet in Hengnau bei Wasserburg am Bodensee das Benefiz-Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft der Bürgermeister gegen die Nationalmannschaft der Notare statt. Ein Teil der Spendengelder soll auch der Lebenshilfe Lindau zugute kommen. Michael Wollny aus der Öffentlichkeitsarbeit der Lebenshilfe Lindau hat bei Organisator Felix Eisenbach nachgefragt. Der Erste Bürgermeister der Gemeinde Bodolz hatte den Kontakt zur Lebenshilfe Lindau hergestellt. Er verrät unter anderem, welche Rolle Social Media dabei gespielt hatte.

Felix Eisenbach, nach welchen Kriterien stellt sich eine Nationalmannschaft der Bürgermeister zusammen – wer also nominiert den Kader und wie werden Spieler ausgewählt?

Felix Eisenbach: Die Nationalmannschaft der Bürgermeister besteht ausschließlich aus amtierenden Bürgermeistern, teilweise kommen auch Bürgermeister a. D. zum Einsatz. Als ich mich 2022 um einen Kaderplatz beworben habe, musste ich zunächst meinen fußballerischen Lebenslauf einreichen. Im Juli 2023 wurde ich dann zu einem Probetraining nach Baunatal eingeladen. Im September 2023 stand gegen Polen schließlich mein erstes Länderspiel auf dem Programm.

Wie oft trägt die Nationalmannschaft Spiele aus?

Wir treffen uns in der Regel viermal im Jahr – zu einem Trainingslager, einem Turnier sowie zu zwei Länder- bzw. Benefizspielen. Ein besonderes Highlight sind natürlich die Europameisterschaften, zuletzt 2024 in Leipzig mit zwölf Nationen. 2025 konnten wir außerdem den Alpencup mit sechs Nationalmannschaften gewinnen. 2027 findet der nächste Alpencup in St. Gallen statt. Darüber hinaus ist für das kommende Jahr noch eine weitere Auslandsreise geplant.

Wie schätzen Sie den Gegner, das Nationalteam der Notare, ein?

Das Spiel gegen die Notare ist eine Premiere. Fußballerisch wissen wir deshalb noch nicht so recht, was auf uns zukommt – bisher kennen wir die Notare schließlich eher von Beurkundungen. Das macht die Sache natürlich besonders spannend.

Wenn Sie den Spielstil einer aktuellen Nationalmannschaft heranziehen müssten – mit welcher Nationalmannschaft ist der Fußball der Bürgermeister vergleichbar?

Unsere Nationalspieler bringen viel Erfahrung mit, allerdings merkt man natürlich auch, dass neben dem Bürgermeisteramt nicht immer ausreichend Zeit für das Training bleibt. Die Fitness könnte bei dem einen oder anderen also durchaus besser sein. Vielleicht sind wir ein bisschen wie die italienische Nationalmannschaft: viel Erfahrung, taktisch ganz ordentlich – und wir versuchen, mit unseren Kräften gut über die Spielzeit zu kommen (schmunzelt).

Wie kam es zur Wahl der Lebenshilfe Lindau als Spendenbegünstigte? Und warum?

Ein Kollege aus Hofstetten im Schwarzwald hatte bei seinem Länderspiel die Bewohner der dortigen Lebenshilfe eingeladen. Die Begeisterung der Menschen am Spielfeldrand hat mich damals sehr beeindruckt und so kam mir die Idee, das bei uns ebenfalls zu machen. Dazu kam auf Instagram ein Reel der Lebenshilfe Lindau zur Fußball-WM, das mir in Erinnerung geblieben ist. Ich finde, dass Menschen mit Handicap häufig eine ganz besondere und unmittelbare Freude zeigen. Davon können wir uns manchmal durchaus etwas abschauen.

Als Bürgermeister stehen Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen auch vor der Aufgabe, Verwaltungsgebäude sowie die Kommunikation in Text und Sprache barrierefrei zu gestalten. Was sind dabei die größten Herausforderungen?

Viele Rathäuser sind Bestandsgebäude. Eine vollständige bauliche Barrierefreiheit ist deshalb nicht überall ohne Weiteres möglich. Trotzdem müssen und wollen wir Wege finden, allen Bürgerinnen und Bürgern einen guten Zugang zur Verwaltung zu ermöglichen. Für unser Rathaus kann ich sagen: Wenn jemand Unterstützung benötigt, nehmen wir uns die Zeit und suchen eine passende Lösung. Auch bei der Kommunikation versuchen wir, Informationen möglichst verständlich zu formulieren. Unsere Homepage wird derzeit überarbeitet. Gerade hier bieten neue technische Möglichkeiten und KI große Chancen, beispielsweise um Inhalte künftig einfacher in Leichte Sprache zu übertragen.

Felix Eisenbach, vielen Dank für die tolle Aktion. Klasse, dass einige unserer WohnheimbewohnerInnen mit den Teams auflaufen dürfen und dass es in der Halbzeitpause einen gemeinsamen Elfmeter-Wettbewerb geben wird. Die Vorfreude im Team Lebenshilfe Lindau ist riesig. Wir sehen uns zum Spiel am Samstag.

 

Samstag, 26. September
ab 15.00 Uhr, Anstoß ist 16.00 Uhr
Sportgelände des TSV Hege in Hengnau