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Natürlich. Gemeinsam.

"Café Inklusiv"-Team erweitert Fähigkeiten an der Berufsschule Lindau

Im Untergriff servieren, im Obergriff „ausheben“. Kein Daumen auf dem Tellerrand. Dafür einen „Französischen Hut“ auf dem Tisch. Und die „Bischofsmütze“ daneben.

Wenn Beate Käthner Anweisungen gibt, steht der Laie vor Rätseln. Die Ausbildungsleiterin an der Berufsschule Lindau unterrichtet in einem Raum, der eher an ein Restaurant erinnert, denn an ein Klassenzimmer.

Unter den Auszubildenden hören auch Nathalie und Jenny aufmerksam zu. Die beiden jungen Frauen sind Betreute der Lebenshilfe Lindau und gehören zum beliebten Team des Café Inklusiv im Eulenspiegel in Wasserburg.

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In dem international besetzten ersten Ausbildungsjahrgang üben die beiden das korrekte Servieren und Abtragen von Speisen, wie man Servietten kunstvoll faltet und Tische geschmackvoll dekoriert.

Ihre Team-Kollegin Julia ist zeitgleich in der angrenzenden Lehr-Küche im Einsatz, wo an diesem Tag Salate kreiert und angemacht sowie das Filettieren und Anrichten von Orangen geübt wird. 

Die spannende Kooperation der Lebenshilfe Lindau mit dem Beruflichen Schulzentrum Lindau ermöglicht es dem Team des Café Inklusiv, sich mit wertvollem und spannendem Fachwissen weiterzuqualifizieren. 

Damit wird nicht nur automatisch der Service im Lebenshilfe-Café verbessert, sondern auch die möglichen Chancen auf eine gastronomische Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt. 

“Das Café Inklusiv hat für die Lindenberger Werkstätten und die Lebenshilfe Lindau einen sehr hohen Stellenwert.”
Peter Wenzler (Werkstattleiter Soziales)

„Die Kooperation mit der Berufsschule Lindau ist eine Maßnahme zur Qualifikation unserer Mitarbeiter*innen. Insbesondere das Team rund um den Eulenspiegel wollte sich neben der praktischen Arbeit auch theoretisch weiterentwickeln“, erklärt mit Peter Wenzler der Werkstattleiter Soziales der Lindenberger Werkstätten. „Vor diesem Hintergrund hatten Doris Harder und Sabine Geyer vom Sozialdienst der Werkstatt Lindau die Idee zu der Kooperation.“

Wenzler bezeichnet die Zusammenarbeit mit der Berufsschule als „tolles Beispiel für gelebte Inklusion“, da die Mitarbeitenden der Werkstatt im Klassenverband ernst genommen und die Werkstätten durch die Kooperation noch mehr wahrgenommen würden. Die Wissensvermittlung in den Bereichen Service und Küche durch Fachlehrerinnen sei ein großer Mehrwert.

Nathalie, Jenny und Julia sind von dem Angebot begeistert und haben Spaß an den praktischen und theoretischen Lehrinhalten. Man könne sich daher nach Rücksprache mit Lehrkräften und Schulleitung sehr gut vorstellen, die Kooperation auch über das Schuljahr 25/26 weiterzuführen, erklärt Werkstattleiter Peter Wenzler. Er betont jedoch auch „dass der Besuch der Berufsschule nicht für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter passend ist. Insgesamt ist die BS schon recht anspruchsvoll“.

Für das Café Inklusiv ist die Kooperation der Mitarbeitenden jedenfalls schon jetzt ein Mehrwert und trägt auch der Beliebtheit des inklusiven Projekts im Wasserburger Eulenspiegel mit Wertschätzung Rechnung. 

„Das Café Inklusiv hat für die Lindenberger Werkstätten und die Lebenshilfe Lindau einen sehr hohen Stellenwert. Es ist ein wunderbarer Ort, an dem wir als Werkstätten sehr niederschwellig sichtbar und nahbar sind“, bestätigt Peter Wenzler.

Für die mitarbeitenden Menschen mit Behinderungen sei das Café Inklusiv ideal, „um unter nahezu realen Arbeitsmarktbedingungen zu trainieren“. Das Konzept komme bei der Kundschaft ausgezeichnet an, so Wenzler. „Der Kreis unserer Stammkundschaft wächst stetig. Vor Ort herrscht eine ganz besondere, fast schon heimelige Stimmung. Wir möchten auf jeden Fall, dass es weiter geht mit dem Café Inklusiv.“ Für dieses Ziel stünden auch wirtschaftliche Überlegungen hinten an.

EINFACHE SPRACHE:

Nathalie, Jenny und Julia arbeiten im Café Inklusiv in Wasserburg. 
Das Café Inklusiv gehört zur Lebenshilfe Lindau. 
Die drei Frauen haben eine Behinderung.

Sie lernen jetzt auch in der Berufsschule Lindau. 
Dort üben sie richtiges Servieren. 
Sie lernen auch, wie man Tische schön schmückt. 
Und sie lernen, wie man Salate zubereitet.

Die Berufsschule und die Lebenshilfe arbeiten zusammen. 
Das ist gut für Nathalie, Jenny und Julia. 
Sie werden durch die Schule besser in ihrem Job.

Peter Wenzler leitet die Werkstatt. 
Er sagt: Das Café Inklusiv ist sehr wichtig für uns alle.


Michael Wollny
Kommunikation / Öffentlichkeitsarbeit & Social Media
michael.wollny@lh-lindau.de