Menschen ohne Beeinträchtigungen halten ihre Alltagsumgebung meist für selbstverständlich – die Höhe von Lichtschaltern, die Stufen vor der Haustür oder auch unsere Sprache und Schrift.
Doch was wir alltäglich als „normal“ wahrnehmen, ist letztlich nur das Resultat von Architektur und Design. Der öffentliche Raum ist so gestaltet, wie er eben für den “Standard-Menschen” passt. Wer aber nicht in dieses Normen passt, stößt auf Widerstand. Auf Barrieren.
Ein sehenswertes Video des brasilianischen Vozes da Inclusão Institute zeigt genau das auf.
Die Organisation setzt sich für Barrierefreiheit und Inklusion ein und wagt mit dem Video ein spannendes Gedankenexperiment:
Was, wenn unsere Welt explizit für Menschen mit Beeiträchtigungen gestaltet wäre?
Für Nicht-Behinderte wird der Alltag darin plötzlich zur Herausforderung – nicht aus eigenem Verschulden, sondern weil die Umgebung sie ganz einfach nicht mitgedacht hat.
Genau so fühlen sich schließlich Menschen mit Beeinträchtigungen.
Doch es geht nicht nur um diese Erkenntnis, es geht um etwas ganz Grundsätzliches: um Selbstverständlichkeit. Denn Inklusion ist kein nachträgliches Entgegenkommen, sondern eine Frage von gelebter Haltung und Respekt.
Eine zeitgemäße Gestaltung von öffentlichem Raum denkt ALLE Menschen mit, sodass sich niemand erst anpassen muss, um dazuzugehören.
Eine Rampe, die man über eine Treppe am Gebäudeeingang legt, ist kein Zeichen für barrierefreie Inklusion. Die Rampe ist der Beleg für ein Scheitern mit Vorsatz - nämlich bei der Planung des Eingangs.
