Leichte Sprache
Natürlich. Gemeinsam.

Therapeutisches Reiten auf Grisu und Ophira dank "Kinderbrücke Allgäu"

Auch 2026 ermöglichen Spendengelder den Kindern und Jugendlichen unserer Heilpädagogischen Tagesstätte (HPT) unvergessliche Stunden beim therapeutischen Reiten in Eyenbach.

Man muss mit eigenen Augen gesehen haben, welch positive Einflüsse die speziell ausgebildeten Tiere von Reittherapeutin Judith Moosbrugger auf die jungen Menschen mit Beeinträchtigung haben. 

Simone Burk-Seitz und Iris Egger-Schweiger sind aus genau diesem Grund extra aus dem Ostallgäu ins Westallgäu angereist und besuchen die Reitstunden der jüngsten HPT-Gruppe. 

Beide Frauen gehören dem Vorstand der „Kinderbrücke Allgäu“ an, die schon seit vielen Jahren mit einer großzügigen Spende therapeutische Maßnahmen der Lebenshilfe Lindau unterstützt – so auch das wertvolle tiergestützte Angebot in Eyenbach. 

„Es ist immer schön, wenn man sich vor Ort selbst ein Bild von den Projekten machen kann“, erklärt Simone Burk-Seitz. Und Iris Egger-Schweiger ergänzt, dass „es schon einen Unterschied macht, das Geld nur zu spenden, oder dann auch selbst zu sehen, was es Gutes bewirkt“.

Dabei stand das Therapiereiten bis kurz vor Beginn noch auf Messers Schneide. „Sultan“, das erfahrenste Therapiepferd von Judith Moosbrugger, ist mit fast 30 Jahren im wohlverdienten Ruhestand. 

Ihre beiden anderen Tiere waren erkrankt. „Ophira hatte eine Augenentzündung und Grisu Probleme am Huf“, erzählt Moosbrugger. „Aber Gott sei Dank ist es bei beiden rechtzeitig ausgeheilt.“

Ein Glück für Isabella, Carlotta, Lena, Fritz, Uros, Josef und Lukas, die an diesem Tag auf den beiden sanften Riesen reiten dürfen. „Nicht jedes Kind traut sich das sofort“, meint Judith Moosbrugger. „Manche müssen sich auch erst herantasten und Vertrauen zu den Tieren aufbauen.“ 

So auch Carlotta, die zunächst auf neugierige Distanz zu Grisu geht, um ihn dann rund eine halbe Stunde später fröhlich strahlend am Bauch zu streicheln.

Der 20-jährige Jonas, der gerade seine Ausbildung zum Erzieher und Kinderpfleger bei der Lebenshilfe Lindau mit Erfolg absolviert hat, hebt kurz darauf Uros in den Sattel von Ophira. 

In diesem Moment ertappt man sich selbst bei einem breiten Lächeln – zu ansteckend ist die Freude des jungen Mannes über die Aussicht auf ein paar Runden mit dem geduldigen Therapiepferd.

Dass Ophira und Grisu eine solche Gelassenheit mit den teils aufgeregten Kindern an den Tag legen, ist das Ergebnis einer aufwändigen, jahrelangen Ausbildung, verrät Judith Moosbrugger den beiden Besucherinnen der Kinderbrücke und macht es an einem Beispiel deutlich.

Sobald Lukas im Sattel sitzt „krallt“ er sich mit starkem Schenkeldruck auf dem Pferd fest. Die verkrampfte Anspannung fällt mit den ersten Schritten des Pferdes zwar ab. Doch zunächst darf sich das Tier davon nicht aus der antrainierten Ruhe bringen lassen.

Somit ist etwa Schrecktraining Teil der Ausbildung, da die Kinder auch plötzlich laut schreien oder eben einen ungewöhnlichen Schenkeldruck ausüben können. „Das Pferd darf keine Panik bekommen. Es muss sich überall berühren lassen können, muss an Bälle, Tücher und andere Spielsachen gewöhnt werden“, betont Moosbrugger. „Die Pferde werden für gewisse Stresssituationen quasi desensibilisiert, um sie für die Therapie zu sensibilisieren. Das ist ein langer Weg.“

Doch am Ende steht ein Ziel, das sich lohnt. Glückliche Kinder mit Beeinträchtigungen, die sich auf dem Rücken der Pferde mitunter aus der Beeinträchtigung erheben. 

Unruhe weicht Ruhe, Verschlossenheit weicht Emotionalität – und selbst körperliche Haltungsprobleme werden im sanften Trab der Tiere ausgeglichen. 

Die tiergestützte Therapie mit Judith Moosbrugger und ihren beiden Pferden Grisu und Ophira ist ein absolutes Jahreshighlight der Kinder und Jugendlichen unserer Heilpädagogischen Tagesstätte. 

Ein riesengroßes Dankeschön daher einmal mehr an die Kinderbrücke Allgäu, die das mit ihrer Spende ermöglicht. Vielen Dank auch an Simone Burk-Seitz und Iris Egger-Schweiger, wir haben uns sehr über den Besuch gefreut.

EINFACHE SPRACHE:

Die Kinder und Jugendlichen aus der HPT dürfen reiten.
Das Reiten findet in Eyenbach statt.
Therapeutisches Reiten tut den Kindern sehr gut.
Es hilft Menschen mit Behinderung.
Die Pferde heißen Ophira und Grisu.
Die Pferde sind besonders lieb und ruhig.
Sie haben keine Angst vor lauten Geräuschen.
Die Reit-Therapeutin heißt Judith Moosbrugger.
Das Reiten kostet aber viel Geld.
Ein Verein bezahlt das Geld für das Reiten.
Der Verein heißt „Kinderbrücke Allgäu“.
Zwei Frauen vom Verein haben die Kinder beim Reiten besucht.
Sie haben gesehen: Das Reiten macht den Kindern große Freude.
Die Kinder und Betreuer sagen laut: Vielen Dank für die Spende!


Michael Wollny
Kommunikation / Öffentlichkeitsarbeit & Social Media
michael.wollny@lh-lindau.de